Pressemeldungen

Land muss Ersatzschulfinanzierung neu regeln – Schulgeldfreiheit wird in Aussicht gestellt

Stuttgart, 06.07.2015: Der Staatsgerichtshof von Baden-Württemberg hat im Urteil zur Schulgeldfreiheit den Freien Waldorfschulen in Teilen Recht gegeben. So muss das Land ab dem 01.08.2017 bei einem Verzicht auf Schulgeld den Freien Schulen einen Ausgleich zahlen. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber die Aufgabe, die Finanzierung der Schulen in freier Trägerschaft neu zu regeln.

Die Freien Waldorfschulen sehen sich in dem Urteil bestärkt, dass ihre Forderung nach einer gerechten Ersatzschulfinanzierung umgesetzt wird. „Das Land hat nun die Aufgabe, das Gesetz für Schulen in freier Trägerschaft (Privatschulgesetz) in der Finanzierungsfrage der freien Schulträger verfassungskonform neu zu regeln. Zudem muss der Gesetzgeber eine sozialverträgliche Schulgeldhöhe beziffern, wenn nicht im vollen Umfang auf Schulgeld verzichtet wird“, so Christoph Sander, Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen.

Das Gericht betont im Urteil, dass das Land nur für Unterricht und Lernmittel einen finanziellen Ausgleich leisten muss. Es gehe nicht um die Vollfinanzierung der Freien Schulen. „Nach unserer Auffassung muss der im Urteil thematisierte Eigenanteil vom Gesetzgeber in einem sozialverträglichen Maß festgeschrieben werden. Eine Schulgeldhöhe von maximal 60 Euro läge in diesem Rahmen. Der Gesetzgeber steht nun in der Pflicht, eine verfassungskonforme Regelung zu schaffen.“, betont Dr. Albrecht Hüttig, Bundesvorstand der Freien Waldorfschulen.

In Baden-Württemberg besuchen im Schuljahr 2014/15 rund 24.000 SchülerInnen eine der 57 Freien Waldorfschulen.

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Ansprechpartner:
Vincent Schiewe
Tel. 0711-481278
Mobil: 0152-28752661
vincent.schiewe@waldorf-bw.de

Vertreter der Freien Schulen auf der Pressekonferenz nach dem Urteil

Einladung zur Pressekonferenz der Freien Waldorfschulen zum Urteil über die Unterrichts- und Lernmittelfreiheit - Montag, 06.07.2015 um 12.00 Uhr im Haus der Wirtschaft

Stuttgart, 02.07.2015: Am Montag, den 06.07.2015 um 10:00 Uhr, wird vom Staatsgerichtshof das Urteil über die Unterrichts- und Lernmittelfreiheit an Schulen in freier Trägerschaft verkündet. Im Anschluss daran lädt die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen zu einer Pressekonferenz über das Urteil im Haus der Wirtschaft ein.

Pressekonferenz der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen
Termin: 06.07.2015 um 12:00 Uhr
Ort: Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Straße 19, 70174 Stuttgart
Raum: Studio A, 3. OG

TeilnehmerInnen:
Dr. Albrecht Hüttig (Bundesvorstand der Freien Waldorfschulen/Prozessvertreter der Rudolf-Steiner-Schule Nürtingen), Christoph Sander (Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen), Karl-Friedrich Zirkler (Geschäftsführer der Rudolf-Steiner-Schule Nürtingen), Christina Metke (Geschäftsführerin des Verbands Deutscher Privatschulen Baden-Württemberg)

Hintergrund:
Am Montag, den 08.06.2015 fand die Verhandlung über die Unterrichts- und Lernmittelfreiheit an Freien Schulen vor dem Staatsgerichtshof statt. In dem zu erwartenden Urteil geht es indirekt um die Frage der Schulgeldfreiheit an privaten Ersatzschulen. Die Rudolf-Steiner-Schule Nürtingen klagt stellvertretend für alle Waldorfschulen gegen das Land Baden-Württemberg. Die Klage begründet sich durch eine zu geringe staatliche Förderung, die das Existenzminimum der Waldorfschulen nicht sichert. „Wir hoffen, dass durch das Urteil des Staatsgerichtshofes endlich eine gerechte Finanzierung der Freien Schulen auf den Weg gebracht wird“, so Christoph Sander, Vorstand in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen.

In Baden-Württemberg besuchen im Schuljahr 2014/15 rund 24.000 SchülerInnen eine der 57 Freien Waldorfschulen.

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Vincent Schiewe
Tel. 0711-481278
Mobil: 0152-28752661
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Land will Freie Schulen bei Inklusion außen vor lassen

Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes ignoriert die Kompetenzen und Kapazitäten des freien Schulwesens im Land und unterläuft die Forderungen der UN‐Behindertenrechtskonvention.

Der baden‐württembergische Landtag debattiert über eine Änderung des Schulgesetzes, denn Bund und Länder sind angehalten, die UN‐Behindertenrechtskonvention, die Deutschland bereits 2006 ratifiziert hat, umzusetzen. Mit den angestrebten Gesetzesänderungen möchte die Landesregierung die Inklusion im Bildungssystem verankern. Sonderschulen werden zu sonderpädagogischen Bildungs‐ und Beratungszentren, die die Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit festgestelltem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot an Regelschulen unterstützen sollen. Für die sonderpädagogische Betreuung der Kinder und Jugendlichen an Regelschulen werden zusätzliche Gelder zur Verfügung gestellt, damit die Kosten z.B. für Sonderpädagogen, die die Kinder stunden‐ weise begleiten, gedeckt werden können.

Finanzierungsmodell benachteiligt die Schülerinnen und Schüler an Freien Schulen

Prinzipiell steht es allen Eltern frei, für ihr Kind eine öffentliche oder Freie Schule zu wählen. Schulen in freier Trägerschaft werden durch das Land unterstützt. Die Landesregierung gewährt den Freien Schulen pro Schüler einen Zuschuss, der in etwa 78% der Ausgaben entspricht, die für einen Schüler an einer öffentlichen Schule getätigt werden. Der Fehlbetrag wird durch das Schulgeld der Eltern und die Eigenleistungen der Träger gedeckt. Die Schulgesetzänderung sieht jedoch vor, dass für Kinder mit festgestelltem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot dieser so genannte „Kopfsatz“ für den Besuch einer Freien Schule nicht gewährt wird. Für Kinder mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot wird zwar ein Zusatzbetrag für die sonderpädagogische Förderung, nicht aber der „Kopfsatz“ als Basisfinanzierung des Schulbesuchs vom Land finanziert. Im Hinblick auf die Personalkosten bedeutet dies, dass die Kosten für einen Sonderpädagogen, der mit einem durchschnittlichen Budget von ca. 3 in der Woche ein Kind unterstützt, finanziert werden, für den Klassenlehrer, der eben dieses Kind im Klassenverband betreut, erhält eine Freie Schule jedoch keinerlei Personalkostenzuschuss.

Mangelnde Berücksichtigung der Freien Schulen in Schulentwicklungsplanung und Beratungs‐ prozessen beschränkt das Elternwahlrecht

Die Wahlfreiheit der Eltern wird durch die geplante Gesetzesänderung gravierend eingeschränkt, da diese vorsieht, dass die Beschulung von Kindern mit festgestelltem Anspruch auf ein sonderpädago‐ gisches Bildungsangebot auch an einer allgemeinen Ersatzschule nur im Rahmen einer Gruppeninklusion ermöglicht werden kann. Existiert an einer Schule in freier Trägerschaft, die Eltern für ihr Kind wünschen, keine Gruppe, so wäre es demnach nicht möglich, vom verbrieften (Eltern‐ )Recht auf freie Schulwahl Gebrauch zu machen. Darüber hinaus legt der Gesetzesentwurf nicht fest, wie die unabhängige Beratung der Eltern durch die staatlichen Schulaufsichtsbehörden erfolgen soll. Um Eltern umfassend und unabhängig über die wohnortnahen Bildungsangebote für ihr Kind zu informieren, wäre eine ausgewogene Information zu allgemeinen Schulen und sonderpädagogischen Bildungs‐ und Beratungszentren einerseits, zu den Angeboten staatlicher und Freier Schulen andererseits, notwendig. Nur dann können Eltern ihr Wahlrecht wirklich frei ausüben und zum Wohle ihres Kindes eine Schulwahlentscheidung treffen. Dies würde jedoch erfordern, die sonderpädagogischen Bildungs‐ und Beratungszentren sowie die freien Träger in der Gesetzgebung, der Schulentwicklungsplanung und der Beratung als Partner und wesentliche Akteure der schulischen Inklusion im Gesetzestext eindeutig zu benennen. So würde auch den Eltern eine echte Wahlfreiheit zugesichert.

Kooperationen zwischen öffentlichen und Freien Schulen müssen bestehen bleiben

In vielen Modellregionen haben sich bereits erfolgreiche Zusammenarbeiten zwischen öffentlichen und Freien Schulen entwickelt. Diese sind anerkannt, von den Eltern breit akzeptiert und arbeiten im Sinne des Kindeswohls. Dennoch erschwert die geplante Gesetzgebung die Fortsetzung dieser erfolgreichen Modelle deutlich. Sonderpädagogen einer öffentlichen Schule können künftig keine Schülerinnen und Schüler an einer privaten Regelschule betreuen, Lehrkräfte einer privaten Sonderschule keine Kinder einer öffentlichen Regelschule ‐ auch wenn diese sich in unmittelbarer Nähe befindet oder bereits Kooperationen bestanden. Dieser Umstand ist umso erstaunlicher, da sich landesweit 30 % der Sonderschulen, d.h. der künftigen sonderpädagogischen Bildungs‐ und Beratungszentren, (bei den Schulen für Erziehungshilfe sogar 80 %) in freier Trägerschaft befinden. Wie können wohnortnahe Schul‐ und Unterstützungsangebote für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf geschaffen werden, wenn diese Kompetenzen und Kapazitäten nicht zwangsläufig Berücksichtigung finden? Die Landesregierung verzichtet trotz der Unsicherheit gegenüber dem Thema Inklusion, die in Teilen der Lehrerschaft besteht, darauf, gelingende Zusammenarbeiten fortzusetzen und das Know‐how der zahlreichen Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, die an Schulen in freie Trägerschaft tätig sind, zu nutzen.

UN‐konforme Inklusion in Baden‐Württemberg ist mit dem aktuellen Gesetzesvorschlag nicht möglich

Wie die Anforderungen der UN‐Behindertenrechtskonvention angesichts dieser Regelungen in Baden‐Württemberg angemessen umgesetzt werden sollen ist unklar. Erst im April diesen Jahres mahnte die Monitoring‐Stelle der UN‐Behindertenrechtskonvention an, „dass die Eltern von Kindern mit Behinderungen nicht frei über die Art der Bildung und Dienstleistung für ihre Kinder entscheiden können.“ Sie fordert vielmehr „in allen Bundesländern den Zugang zu einem qualitativ hochwertigen, inklusiven Bildungssystem herzustellen, einschließlich der notwendigen Finanzmittel und des erforderlichen Personals auf allen Ebenen.“ Durch die vorgeschlagenen gesetzlichen Regelungen lähmt die Landesregierung die Umsetzung der UN‐Behindertenrechtskonvention und macht eine erfolgreiche schulische Inklusion in Baden‐Württemberg unmöglich.

Zu den Verbänden innerhalb der AGFS zählen die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg, der Verband Deutscher Privatschulen ‐ Landesverband Baden‐Württemberg, die Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg‐Stuttgart, der Evangelische Schulbund Südwestdeutschland und das Evangelische Schulwerk Baden und Württemberg, die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen sowie die Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime e.V. Die AGFS in Baden‐ Württemberg vertritt insgesamt 640 allgemeine und berufsbildende Ersatzschulen – einschließlich Sonderschulen – mit ca. 120.000 Schülerinnen und Schülern. Hinzu kommen rund 500 Ergänzungs‐ schulen, die keine staatliche Entsprechung haben.

Pressekontakt: Vincent Schiewe
vincent.schiewe@waldorf-bw.de

Willkommen im größten Klassenzimmer der Welt! Waldorfschulen suchen Lehrer – Infotag an der Freien Waldorfschule Freiburg-Rieselfeld

Stuttgart, 08.06.2015: Willkommen im größten Klassenzimmer der Welt! Unter diesem Motto findet am kommenden Samstag, 13. Juni 2015, eine ganztägige Informationsveranstaltung zum Beruf des Waldorflehrers an der Freien Waldorfschule Freiburg-Rieselfeld statt. Alle Ausbildungsmöglichkeiten zum Waldorflehrer werden an diesem Tag vorgestellt. Neben den Ausbildungsstätten Freie Hochschule Stuttgart, Alanus Hochschule Mannheim sowie den berufsbegleitenden Seminaren Offenburg und Freiburg präsentieren sich auch die Freien Waldorfschulen aus der Region Freiburg.

Seltene Einblicke in den Alltag an der Waldorfschule

Die Vorträge und Beratungsgruppen zum Berufsbild des Waldorflehrers und den Ausbildungsmöglichkeiten finden von 10.00 bis 13.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr statt. Während des gesamten Zeitraumes haben die Besucher die Möglichkeit, auf einem offenen Markt die Waldorfschulen kennen zu lernen. Der Infotag wird von Schüler- und Studentendarbietungen aus dem künstlerisch, praktischen Unterricht begleitet. Um 14.00 Uhr bieten sich bei einer Schulführung spannende Einblicke in den Alltag an der Waldorfschule.

Ein Beruf für Menschen, die aktiv mitgestalten und sich entwickeln wollen

Zur Zeit werden an vielen Waldorfschulen gute Lehrer gesucht. „Was ein Waldorflehrer leisten muss und welche Gestaltungsmöglichkeiten sich ihm dabei bieten, wird häufig unterschätzt“, weiß Matthias Jeuken, Dozent an der Freien Hochschule Stuttgart, der seit über 10 Jahren Waldorflehrer ausbildet. „Nicht nur fachliche Kompetenzen sind gefragt. Auch die eigene Persönlichkeit und aktives Engagement spielen eine wichtige Rolle. „Waldorflehrer gestalten ihre Schule selbst, gemeinsam mit gleichgesinnten Kollegen. Waldorflehrer ‚ist’ man nicht, sondern man wird es ein Berufsleben lang“, erklärt Jeuken. So gibt es zwar unterschiedliche Ausbildungswege, die zu diesem Beruf führen, doch allen ist gemeinsam, dass sie neben der wissenschaftlichen Ausbildung auch einen starken Fokus auf der künstlerischen Ebene haben. Alle Studierenden üben sich daher in verschiedenen Künsten, um sich selbst als kreative Menschen kennen zu lernen. Als Studienmöglichkeiten werden grundständige Bachelor- und Masterstudiengänge, postgraduale oder berufsbegleitende Studiengänge und fachbezogenen Zusatzqualifikationen angeboten.

Der Informationstag wird veranstaltet von den Freien Waldorfschulen Freiburg-Rieselfeld, Freiburg-Wiehre, Freiburg-St. Georgen, Freiburg-Michael Schule, Emmendingen, Offenburg, Müllheim sowie der Freien Hochschule Stuttgart, der Alanus Hochschule Mannheim, den berufsbegleiteten Waldorfseminaren Freiburg und Offenburg und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Baden-Württemberg. Im Schuljahr 2014/15 besuchen rund 24.000 Schüler eine der 57 Freien Waldorfschulen in Baden-Württemberg.

Programm des Informationstages:

10.00 / 14.00 Uhr        Begrüßung und Schülerdarbietungen aus dem Unterricht
Impulsvortrag „Motive zur Waldorfpädagogik“

Wie werde ich Waldorflehrer? Kurzvorstellung der verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten

Beiträge von Studierenden zur Waldorfpädagogik

11.30 / 15.30 Uhr        Studienberatung in Gruppen
• Klassen- und Fachlehrer (Bachelor)
• Klassen- und Fachlehrer (Master)
• Waldorfpädagogik berufsbegleitend studieren
• Oberstufenlehrer (Master)
• Heilpädagogik Vollzeit und berufsbegleitend studieren

14.00 Uhr                     Schulführung

10.00 bis 17.00 Uhr     Offener Markt und Buffet (Möglichkeit für individuelle Informations- und Aufnahmegespräche)

Ansprechpartner:
Vincent Schiewe
Telefon: 0711-481278
Mail: vincent.schiewe@waldorf-bw.de

Weitere Informationen:
www.waldorfschule.de/waldorflehrer
www.waldorf-bw.de
Telefon: 0800-WALDORF (0800-9253673)

Freie Waldorfschulen wollen Schulgeldfreiheit vor Staatsgerichtshof erstreiten - Mündliche Verhandlung Montag, 08.05.2015, um 10.45 Uhr im Sitzungssal 1 des OLG Stuttgart

Stuttgart, 05.06.2015: Die Rudolf-Steiner Schule Nürtingen verhandelt am Montag, 8. Juni 2015, stellvertretend für alle Waldorfschulen im Land über die Unterrichts- und Lernmittelfreiheit an Privatschulen. Indirekt geht es dabei um die Frage nach der Schulgeldhöhe an freien Schulen und die damit verbundenen staatlichen Zuschüsse. Die Waldorfschulen haben das Ziel, Schulgeld abzuschaffen. Die Beschwerde des Verhandlungsführers begründet sich durch eine zu geringe staatliche Förderung, die das Existenzminimum der Waldorfschulen nicht sichert.

„Trotz erheblichen finanziellen Engagements der Waldorfschulen durch aus ihrer Sicht verfassungswidrig hohe Schulgelder erwirtschaften die Schulen ein Defizit“, klagt Christoph Sander, Vorstand in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen. „Das Ziel der Waldorfschulen ist es, eine finanzielle Förderung durch den Staat zu erreichen, die eine deutliche Senkung bzw. den Ersatz der Schulgelder und die Existenzsicherung der Schulen ermöglicht“, so Sander weiter.

Per Grundgesetz ist in Art. 7 Abs. 4 die Privatschulfreiheit garantiert. Darin wird das Land dazu verpflichtet, das Existenzminimum der freien Schulen sicherzustellen. Vorausgesetzt wird aber auch, dass sich sogenannte Ersatzschulen in einem angemessenen Umfang selbst an den Kosten der Schule beteiligen. Nach Auffassung der Waldorfschulen ist jedoch durch Art. 14 Abs. 2 der Landesverfassung das Land dazu verpflichtet, bei Verzicht auf Schulgeld einen Ausgleich an die Ersatzschulen zu zahlen und eine Gleichstellung mit Blick auf Unterrichts- und Lernmittelfreigeit gegenüber den öffentlichen Schulen zu ermöglichen. Per Grundgesetz haben Eltern auch das Recht auf freie Schulwahl für ihre Kinder. Dabei darf nicht nach den Besitzverhältnissen der Elternhäuser gesondert werden.

„Die in der Landesverfassung Art. 11 zum Ausdruck gebrachte Auffassung, dass jeder junge Mensch ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage an der Bildung teilhaben können muss, trifft das Selbstverständnis der Freien Waldorfschulen exakt“, so Dr. Albrecht Hüttig, Bundesvorstand der Freien Waldorfschulen. Die Waldorfschulen klagen bereits seit 2004 in unteren Instanzen gegen die derzeitige Privatschulfinanzierung. Durch den Staatsgerichtshof soll nun eine endgültige Entscheidung in der Frage der finanziellen Gleichstellung von Ersatzschulen gegenüber öffentlichen Schulen getroffen werden. Im Vorfeld der mündlichen Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof wurden alle Privatschulverbände (u.a. die kirchlichen Schulträger sowie der Verband Deutscher Privatschulen) um eine Stellungnahme gebeten.

In Baden-Württemberg besuchen im Schuljahr 2014/15 rund 24.000 SchülerInnen eine der 57 Freien Waldorfschulen.

Art 14 Abs. 2 LV hat folgenden Wortlaut: „(2) Unterricht und Lernmittel an den öffentlichen Schulen sind unentgeltlich. Die Unentgeltlichkeit wird stufenweise verwirklicht. Auf gemeinnütziger Grundlage arbeitende private mittlere und höhere Schulen, die einem öffentlichen Bedürfnis entsprechen, als pädagogisch wertvoll anerkannt sind und eine gleichartige Befreiung gewähren, haben Anspruch auf Ausgleich der hierdurch entstehenden finanziellen Belastung. Den gleichen Anspruch haben auf gemeinnütziger Grundlage arbeitende private Volksschulen nach Art. 15 Abs. 2. Näheres regelt ein Gesetz.“

erhandlungstermin: Montag, 8. Juni 2015, 10.45 Uhr im Sitzungssaal 1 des Oberlandesgerichts Stuttgart Olgastraße 2, 70182 Stuttgart

Ansprechpartner: Vincent Schiewe
Telefon: 0711-481278
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Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg verhandelt Klage der Waldorfschule Emmendingen gegen das Land

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat für den 9. Juli 2015 die Verhandlung über die Klage der Integrativen Waldorfschule Emmendingen gegen das Land Baden-Württemberg angesetzt. Die Integrative Waldorfschule Emmendingen hatte 2010 gegen den Zuschussbescheid des Landes für das Jahr 2009 geklagt, da die Zuschüsse für die Schüler mit Behinderung gekürzt wurden. Die Zuschusskürzung hat bis heute eine Jahreswirkung von ca. 70.000 €.


Im Oktober 2012 fand die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Freiburg statt. Das Verwaltungsgericht verpflichtete in seinem Urteil das Land, über den Bescheid unter Rechtsauffassung des Gerichts neu zu entscheiden. Zwar sei die Berechnung des Landes sachgemäß (diese Ansicht teilt die Waldorfschule nicht), jedoch wiesen „die Vorgaben zur Zuschussberechnung der inklusiven Beschulung von geistig behinderten Schülern an einer Waldorfschule insoweit ein erhebliches Defizit auf, als die damit verbundene strukturelle Veränderung auch der Beschulung der Regelschüler auf dieser Schule mit ihren finanziellen Folgen unberücksichtigt geblieben ist“. Denn durch die inklusive Beschulung ändere sich der Charakter der Schule in Bezug auf die Beschulung der
Regelschüler in einer Weise, die bei einem Festhalten an der bisherigen Förderung zu einer strukturellen Unterfinanzierung des gesamten Schultyps der inklusiven Schule führen könne.

Das Land hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Diese Berufung wird nun am 9. Juli vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg verhandelt.
Zwischenzeitlich hat die Landeregierung einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Schulgesetzes und des Privatschulgesetzes vorgelegt. Ziel ist eine gesetzliche Regelung der Inklusion im baden-württembergischen Schul- und Privatschulgesetz. DasÄnderungsgesetz soll bis zu den Sommerferien verabschiedet werden. In dem Gesetzesentwurf wird die von der Waldorfschule Emmendingen beklagte Zuschusskürzung für alle Schulen in freier Trägerschaft festgeschrieben.

Eine weitere Kürzung der Zuschüsse für die Schüler mit Anspruch auf ein
sonderpädagogisches Bildungsangebot wurde der Waldorfschule Emmendingen im Juli 2014 angekündigt.

An der Waldorfschule Emmendingen werden 280 Schüler, davon 40 mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot, gemeinsam und zieldifferent unterrichtet. Die Schule wurde 1995 als integrative Waldorfschule gegründet.

Weitere Informationen bei:
Michael Löser (Verantwortlich für den Inhalt)
Geschäftsführung Waldorfschule Emmendingen
Fon 07641 / 9599380-13
Mobil 0175 7177 241
Fax 07641 / 9599380-12

Auch eine Waldorfschule ist jetzt „Abrahamschule“ in Baden-Württemberg

Schülerinnen der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim übernehmen den Abrahampokal

Mannheim, 11.03.2015: Die Interkulturelle Waldorfschule Mannheim hat im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit in Mannheim jetzt den Abrahampokal verliehen bekommen. Er wird von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar e.V. für jeweils ein Jahr vergeben und beinhaltet eine Selbstverpflichtung für eine Schule, sich verstärkt für Toleranz und Verständigungen zwischen Religionen und Nationen einzusetzen.

An der Verleihung nahmen auch die Schüler der vierten bis sechsten Klasse der Interkulturellen Waldorfschule teil, sie führten einen musikalisch-tänzerischen Friedensgruß auf. „An unserer Schule mit Schülern aus 35 Nationen erleben wir täglich den Dialog zwischen unterschiedlichen Religionen und Kulturen“, erklärten die Schülerinnen bei der feierlichen Übernahme. „Wir werden das vertiefen und beispielsweise je zwei christliche, muslimische und jüdische Schulfeste gemeinsam feiern.“

Rund ein Dutzend Schulgemeinschaften haben den Pokal bisher für jeweils zwölf Monate bekommen. Gymnasien waren schon „Abraham-Schulen", auch eine Grundschule, eine Haupt- und eine Realschule sowie eine berufsbildende Schule und nun auch die Interkulturelle Waldorfschule Mannheim.
Der Pokal wurde von der Künstlerin Waltraud Sukow 2001 geschaffen, sie sieht ihn als eine „einende Basis der drei Weltreligionen“ und als „Brückenschlag über trennende ethnische und religionsphilosophische Inhalte“ der Geschichte der Völker. Abraham genießt als „Vater des Glaubens“ gleichermaßen Ansehen in Judentum, Christentum und Islam.

Mannheims ehemaliger Oberbürgermeister Gerhard Widder würdigte in einem Statement das Engagement der bisherigen Abrahamschulen: „Wenn Konflikte in dieser Stadtgemeinschaft (die aus Menschen vieler Religionen und Nationen besteht) auftreten, dann müssen sie erkannt und aufgezeigt werden. Sie zu bewältigen ist unsere gemeinsame Aufgabe, der wir uns mit aller Anstrengung stellen müssen. In diese Arbeit bringen sich viele Menschen in unserer Stadt ein. Stellvertretend für alle danke ich den Schülerinnen und Schülern der Mannheimer „Abraham-Schulen", die zu mehr gegenseitigem Verständnis zwischen Christen, Juden und Muslimen beitragen."

Zu weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit in Mannheim und Ludwigshafen gibt es Informationen unter: www.gcjz-rhein-neckar.de.

In Baden-Württemberg besuchen im Schuljahr 2014/15 rund 24.000 Schüler eine der 57 Freien Waldorfschulen. Die Freie Interkulturelle Waldorfschule Mannheim-Neckarstadt ist mit etwa 290 Schülerinnen und Schülern aus 35 Nationen eine Gesamtschule besonderer pädagogischer Prägung. Eine ihrer Aufgaben ist es, den interkulturellen Dialog zu führen.

Ansprechpartner: Vincent Schiewe
Telefon: 0711/ 48 12 78
Mail: vincent.schiewe@waldorf-bw.de

Bild: Der Abrahampokal in den Händen von Schülerinnen der Freien Interkulturen Waldorfschule Mannheim-Neckarstadt. Foto: Regina Urbach

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Schulgeld versus Landeszuschuss: Staatsgerichtshof nimmt die Verfassungsbeschwerde der Freien Waldorfschulen zur Existenzsicherung an

Stuttgart, 14.04.2014: Die Freien Waldorfschulen legten im Dezember 2013 beim Staatsgerichtshof Baden-Württemberg eine Verfassungsbeschwerde gegen die derzeitigen Gesetze zur staatliche Förderung für Schulen in freier Trägerschaft ein. Die Beschwerde begründet sich durch eine zu geringe staatliche Förderung der freien Schulträger, die das Existenzminimum der Waldorschulen nicht sichert.

Trotz erheblichem finanziellen Engagements der Waldorfschulen durch aus ihrer Sicht verfassungswidrig hohe Schulgelder erwirtschaften die Schulen ein Defizit. Das Ziel der Waldorfschulen ist es, eine finanzielle Förderung des Staates zu erreichen, die eine deutliche Senkung bzw. den Ersatz der Schulgelder und die Existenzsicherung der Schulen ermöglicht. Der Landtag ist nun aufgefordert, eine Stellungnahme dem Staatsgerichtshof, welcher die Verfassungsbeschwerde angenommen hat, vorzulegen.

„Grundsätzlich wollen wir für jedes Kind den Zugang an eine Freie Waldorfschule ermöglichen. Mit der Beschwerde vor dem Staatsgerichtshof möchten wir eine verfassungskonforme Bezuschussung bzw. Ausgleichszahlung durch das Land erwirken. Das Elternrecht auf freie Schulwahl muss im Vordergrund bei der Frage über die Privatschulfinanzierung stehen. Diese Wahl darf jedoch nicht von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängen.“ Dies betonte Martin Laude, Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen, bei der Begründung der Verfassungsbeschwerde. Das Elternrecht auf freie Schulwahl für die Kinder ist im Grundgesetz verankert. In diesem Zusammenhang gilt auch das Sonderungsverbot, nach dem die Schulwahl nicht von den Besitzverhältnissen der Elternhäuser abhängig sein darf. In diesem Sinn klagte die Rudolf-Steiner-Schule Nürtingen, stellvertretend für alle Waldorfschulen in Baden-Württemberg, seit dem Jahr 2004 bereits durch alle relevanten Instanzen.

Eine zentrale Rolle in der Verfassungsbeschwerde spielt die Gleichstellung gegenüber den staatlichen Regelschulen. Bisher erhalten die freien Schulträger rund 70 Prozent der Landeskosten eines staatlichen Schülers als Zuschuss. Der Staat spart somit durch jeden Privatschüler einen erheblichen Teil an Bildungsausgaben. Hier gilt es, eine Gleichbehandlung aller Bildungsträger, ob staatlich oder frei, zu erwirken und der Diskriminierung in der Bildung entgegen zu steuern.

Die Landesverfassung formuliert diese Gleichbehandlung aller Schulträger in expliziter Weise in Artikel 14 Abs. 2 und 3, worin ausgeführt wird, dass freie Schulträger einen Ausgleichsanspruch gegenüber dem Land haben, wenn sie auf die Erhebung von Schulgeld verzichten. Dies betrifft die Klassen 5 bis 13 der Freien Waldorfschulen. Die in der Landesverfassung Artikel 11 zum Ausdruck gebrachte Auffassung, dass jeder junge Mensch „ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage“ an der Bildung teilhaben können muss, trifft das Selbstverständnis der Freien Waldorfschulen exakt. Inhalt der Verfassungsklage ist ferner, so Dr. Albrecht Hüttig, Bundesvorstand der Freien Waldorfschulen, dass die vorherigen Instanzen es versäumt haben, den Staatsgerichtshof zur Auslegung der angeführten Artikel der Landesverfassung anzurufen. Die Senate des VGH Mannheim haben die Verfassung konträr interpretiert, was bei einem korrekten Vorgehen zu vermeiden gewesen wäre.

In Baden-Württemberg besuchen im Schuljahr 2013/14 rund 24.000 Schüler eine der 57 Freien Waldorfschulen.

Ansprechpartner: Dr. Albrecht Hüttig, Vincent Schiewe

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Mehr Gleichbehandlung für Freie Schulen in der Altersversorgung – Zuschusserhöhung kann kommen

Stuttgart, 18. Dezember 2013: Die Landesregierung und die Verbände der Freien Schulen vereinbaren die Voraussetzung für eine Zuschussanhebung für die Schulen in freier Trägerschaft. Damit ergibt sich in der Jahreswirkung eine Gesamterhöhung von rund 39,5 Millionen Euro ab dem Jahr 2015. Dies unterzeichneten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusminister Andreas Stoch zusammen mit den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen (AGFS) heute im Neuen Schloss Stuttgart. Die Vereinbarung beinhaltet als Auflage eine Beteiligung an der Altersversorgung beurlaubter Beamte und im Gegenzug die Erhöhung der Landeszuschüsse für Ersatzschulen.

Nach jahrelangem und zum Teil zähen Verhandlungen zwischen der Landesregierung und den Ersatzschulverbänden soll die letzte Stufe der Zuschusserhöhung ab August 2014 in Kraft treten. Die Zuschüsse für freie Schulträger steigen so in den Folgejahren um rund 16 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung aller Zuschussanhebungen ab dem Jahr 2012 bedeutet dies eine Gesamterhöhung von rund 39,5 Millionen Euro. So erreicht die Landesregierung einen Kostendeckungsgrad von mindestens 75,4 Prozent der anfallenden Kosten eines staatlichen Schülers - bei einzelnen Schularten sogar deutlich höher und kommt dem selbstgesteckten Ziel eines Kostendeckungsgrades von 80 Prozent näher. Die Differenz zu den tatsächlichen Kosten jeder Schule fällt weiter zu Lasten der Elternhäuser.

Als größter Streitpunkt der Vereinbarung galt die Beteiligung der Freien Schulen an den Pensionskosten für beurlaubte Beamte. So müssen nun die Ersatzschulen eine Versorgungsabgabe für beurlaubte Beamte leisten. Die Regelung gilt jedoch nur für die Lehrkräfte, die ab dem Schuljahr 2014/15 angestellt werden. Die Freien Waldorfschulen begrüßen dennoch die Vereinbarung und die damit verbundene Erhöhung der Zuschüsse. „Damit sind wir in dem Ringen um eine gerechtere Finanzierung der Ersatzschulen einen erheblichen Schritt weiter gekommen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, den Zugang zu einer Freien Schule für jedes Kind zu ermöglichen, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern“, betont Christoph Sander, Vorstand im Landesverband der Freien Waldorfschulen.

Die Freien Waldorfschulen bewerten die Vereinbarung als eine gerechtere Verteilung der Zuschüsse unter den Ersatzschulen. Sander weist darauf hin, „dass die Waldorfschulen ihre Lehrkräfte in Bachelor- und Masterstudiengängen selbst ausbilden, was als äußerst hohe finanzielle Belastung hinzukommt. Durch den spezifischen Waldorf-Lehrplan ist eine zusätzliche Qualifizierung für diesen Beruf unabdingbar.  Die Kosten hierfür tragen alle Waldorfschulen gemeinsam“.

Die Vereinbarung beinhaltet auch die Möglichkeit für weitere Ergänzungen des Bruttokostenmodells, falls „kostenrelevante Veränderungen im öffentlichen Schulwesen dies erforderlich machen“. Damit sollen Freie Schulen durch eine mögliche Veränderung des Schulgesetzes im Hinblick auf die Bezuschussung weiter berücksichtigt werden. Dies könnte zum Beispiel in Fragen der Ganztagsschulbetreuung oder der Inklusion eine Rolle spielen.

In Baden-Württemberg besuchen im Schuljahr 2013/14 rund 24.000 Schüler die 57 Freien Waldorfschulen.

Ansprechpartner: Vincent Schiewe
Mail: vincent.schiewe@waldorf-bw.de
Tel.: 0711-481278

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Auf der Zielgerade: Einigung über Zuschusserhöhung für Freie Schulen steht bevor

Die Freien Waldorfschulen begrüßen die Annäherung an die Vereinbarung des Landes mit der AGFS (Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen) zu den Änderungen der staatlichen Bezuschussung freier Schulträger. Die Verhandlungen über eine Vereinbarung des Landes mit den Dachverbänden der Freien Schulen, insbesondere über den Einstieg in eine Versorgungsabgabe ab dem Schuljahr 2014/15, wurde am 10.10.2013 auf Arbeitsebene fortgesetzt. In konstruktiver Gesprächsatmosphäre wurden die noch offenen Fragen erörtert.

Gemeinsames Ziel der Landesregierung und der AGFS ist die Unterzeichnung einer Vereinbarung noch in diesem Jahr. Im Staatshaushaltsplan für 2013/14 ist eine weitere Erhöhung der Privatschulzuschüsse in einem Umfang von 6,7 Mio. Euro an den Abschluss einer solchen Vereinbarung geknüpft. Das bedeutet, dass durch die bereits in der ersten Stufe erfolgte Anhebung der Zuschüsse um 7,5 Mio. Euro in der Jahreswirkung eine Gesamterhöhung um rund 16 Mio. Euro ab 2014 in Kraft tritt. Gleichzeitig soll beschlossen werden, dass ab dem Schuljahr 2014/15 eine Versorgungsabgabe für beurlaubte Beamte an Freien Schulen durch den Schulträger geleistet wird. Damit beteiligt sich der jeweilige freie Schulträger an den Pensionskosten für beurlaubte Beamte. Ferner soll ein Bestandsschutz für bereits an Freien Schulen tätige beurlaubte Beamte festgelegt werden – die Regelung soll nur für neueingestellte beurlaubte Beamte gelten.

Für die Freien Waldorfschulen wäre dies eine Annäherung an die in den letzten Jahren immer wieder proklamierte Forderung, mindestens 80 Prozent der Zuschüsse eines staatlichen Schülers zu erhalten. „Um jedem Kind den Zugang zu einer Freien Schule und das Elternrecht auf freie Schulwahl zu gewährleisten, ist dieser Schritt notwendig“, so Christoph Sander, Vorstand im Landesverband der Freien Waldorfschulen und Mitglied der AGFS. Sander betont auch, dass sich die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen weiter für eine gerechte Finanzierung der freien Schulträger stark machen wird. Der erste Schritt und die damit verbundene Annährung an die 80 Prozent würde hiermit erreicht werden.

In Baden-Württemberg besuchen im Schuljahr 2013/14 rund 24.000 Schülerinnen und Schüler eine der 57 Freien Waldorfschulen.

Ansprechpartner: Vincent Schiewe
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